Oder was wir vom Café Wildau lernen können.

Das Leben ist einfach großartig! Schon allein, weil ich daran glaube, dass sich Menschen für eine gute Leistung selbst belohnen sollten.

Wie belohnen Sie sich nach getaner Arbeit? Was gönnen Sie sich als Belohnung für besondere Leistungen?

Ein ausgedehnter Spaziergang im Wald verbunden mit einem guten Essen sollte es bei mir am vergangenen Wochenende sein. Nachdem alle Vorhaben habgehakt und erledigt waren, zogen Lena und ich – bei strahlendem Sonnenschein los.

Unserer Wege führten uns in die Schorfheide. Der Geruch des Waldes, er frische Wind am See und die Wärme der Sonne auf der Haut sind bereits ein Erlebnis für sich. Schon bald kamen wir zu einem Restaurant- das „Café Wildau“, welches direkt am See liegt und eine schöne Oase bietet für gestresste Menschen, die gern in der Natur durchatmen.

Im ersten Moment fiel mir nicht einmal auf, dass ich dieses Lokal schon kannte. Vielleicht hätte ich mich daran erinnern sollen, als ich die vielen unbesetzten Tische sah. Vielleicht hätte ich mich auch an einen Freund erinnern sollen, der in solch einem Fall immer anmerkte, dass es einen Grund hätte, wenn Gasthäuser nicht gut besucht sind. Erwartungsfrei setzten wir uns an einen Tisch – es waren ja genügend frei – von dem aus wir das ganze Treiben beobachten konnten.

Man tat das gut! Endlich sitzen. Hatte ich bereits erwähnt:

Das Leben ist einfach großartig.

Nach einiger Zeit bekamen wir die Karten, etwas später durften wir auch die Bestellung aufgeben. Wir orderten zunächst eine Vorspeise und unsere Getränke. Dabei bat ich noch: „Lassen Sie die Karten doch noch hier.“ (Ist aus meiner Sicht eine Selbstverständlichkeit, gerade wenn ein Gast „nur“ die Vorspeise bestellt.) Doch als die Getränke kamen, verschwanden die Karten doch.

Die Zeit verging wie im Flug, in der Hitze waren unsere Gläser schnell ausgetrunken. Dann wurden die Speisen serviert und statt nach weiteren Wünschen zu fragen, wurden unsere leeren Gläser schlicht ignoriert. Das Essen war allerdings überdurchschnittlich gut und schmeckte einfach nur phantastisch. Schade, dass wir nichts mehr zum Trinken bekamen.

Ich wäre gern Ihr Gast

wald„Entschuldigung, denken Sie wir dürften noch etwas zum Trinken bestellen? Und auch die Karte hätte ich gern noch einmal!“ Gern, ist die Antwort. Nur ist dieses „gern“ nicht wirklich ernst gemeint- wir warten weitere 5 Minuten.

Wir haben beschlossen einfach nur noch zu beobachten. An vielen Tischen läuft das selbe  Spiel. Der Nachbartisch hatte sich lang über die Essensauswahl unterhalten, doch bekam keine Gelegenheit zu bestellen und verließ das Lokal einfach nach einem Glas Wasser. Schade, denn die beiden wussten nicht, was ihnen entging.

Wir analysieren das Spiel und einigen uns auf die Ursache. Interesse! Leider fehlt es den Mitarbeitern an Interesse. Keine Neugier auf den Kunden, kein Interesse an dessen Wohl oder gar daran, dass Kunden gerne erneut einkehren.

Mein Tipp: Das kann gut gehen. Bei einer solchen Lage ziemlich lang. Muss aber nicht!

Nur weil es alle wissen, ändert sich noch lange nichts

Als ich mich beim Chefkoch bedanken will, scheint man mit Beschwerden zu rechnen. Und neben meinem Dank ist ja auch dafür noch Platz.

Doch mir scheint, auch er kennt das schon und seine Reaktionen überraschen mich. Ich wäre sicher außer mir, an seiner Stelle. Da gibt einer alles, holt das Beste aus sich raus um umwerfende Gerichte zu zaubern und ein anderer bringt ihn um die Früchte seiner Arbeit – zufriedene und wiederkehrende Gäste. Seine Reaktion zeigt einfach nur den Grad seiner Resignation.

Mir ist es nicht egal, wenn andere Menschen mit Ignoranz oder aus purer Überforderung Einreißen was andere Aufbauen. Denn wenn wir uns gemeinsam ansehen, was da passiert, wird deutlich: Der Eine (Koch) liefert eine traumhafte Arbeit ab. Er hat uns mit seinen Kochkünsten begeistert und erstklassige Gerichte serviert.

Doch dieses Lokal werde ich sicher nicht noch einmal besuchen. Ich habe diese Entscheidung getroffen, weil ich als Gast wahrgenommen werden, mich wohlfühlen und entspannen will. Leider bleibt nach diesem Besuch nur das Gefühl, Bittsteller gewesen zu sein und dafür am Ende selbstverständlich auch noch zu zahlen.

Was den Erfolg vom Misserfolg unterscheidet

In meiner Tätigkeit als Trainer gibt es viele Praxisbezüge zum Café Wildau. Viele Menschen glauben im Vertrieb stehen Goldbäume. Man bräuchte nur darauf warten, dass die Barren herunter fallen. Das ist zu einem Teil auch so, doch allein beim Warten treffen uns die Barren am Kopf.

Im Verkauf folgt der Lohn direkt. Bei einem solchen Desinteresse am Kunden, folgt die Strafe auf dem Fuß. Im Verkauf ist es wie im richtigen Leben. Das wahre Interesse entscheidet als erstes über Erfolg oder Misserfolg.

Daher kann Ihnen diese Geschichte vielleicht beim nächsten Kundenkontakt behilflich sein.

Denn erstens: Seien Sie Koch. Bringen Sie nur das Beste auf den Tisch, was Ihnen möglich ist.

Und zweitens, lassen Sie andere nicht Ihren Erfolg zerstören. Wenn es sein muss, seien Sie so rigoros wie ich.

Treffen Sie eine Entscheidung und meiden Sie Menschen, die Ihren Erfolg durch Ignoranz und Desinteresse zunichte machen.

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